Fotolia 56130030 M 3Übung Körpersignale rechtzeitig wahrnehmen

Kannst Du die feinen Signale, die Dein Körper bei jedem Gefühl und Gedanken aussendet, wahrnehmen? Erkennst Du Grenzen und Botschaften rechtzeitig oder muss auch Dein Körper „lauter“ werden, damit Du ihn verstehst? Zu oft sind wir mit unserem Kopfkino beschäftigt und fahren eine Runde nach der anderen im Gedankenkarussell - wir nehmen den Körper erst wahr, wenn er schmerzt oder sich sonst irgendwie  unangenehm bemerkbar macht. Geht es auch anders?


Sagt die Seele zum Körper: Geh du vor, auf mich hört er nicht.

Antwortet der Körper: Ich werde krank, dann hat er Zeit für Dich.
(Ulrich Schaffer)

Ja, es geht auch anders! Um die Körpersignale rechtzeitig wahrzunehmen und auch richtig zu deuten, bedarf es jedoch zweierlei – Entspannung und Übung. Besonders in Stress-Situationen geht der Körper nämlich in einen angespannten Zustand, um zu „funktionieren“ - ein Zustand, der die Selbstwahrnehmung ziemlich erschwert. Während Du mit Deinen Gedanken in die Vergangenheit und die Zukunft reisen kannst, ist Dein Körper immer in der Gegenwart! Deswegen -  und auch weil Gefühle und Gedanken eine starke körperliche Komponente haben -  ist das einfache, wertfreie Beobachten und Wahrnehmen von körperlichen Empfindungen, das Erste, was man übt. Mit Hilfe des sogenannten BodyScans, eine Übung aus der Achtsamkeitspraxis, lernst Du Deine Aufmerksamkeit vom Denken ins Spüren zu lenken und auch die feinen Körperempfindungen wahrzunehmen.

 

Übungsanleitung BodyScan:

1. Vorbereitung Ankommen und Entspannen
Setze oder lege Dich bequem hin, schließe, wenn du möchtest die Augen und gehe mit Deiner Aufmerksamkeit zum Atem. Atme bewusst ein und aus und spüre dabei, wie der Atem durch Deine Nase in den Körper fließt. Einatmen – Ausatmen. Spüre, wie sich mit jedem Atemzyklus Bauchdecke und Brustkorb heben und senken. Mit jedem Ausatmen kannst Du mehr und mehr entspannen. 1-3 Minuten lang.

2. Reise durch den Körper
Richte dann Deine Aufmerksamkeit der Reihe nach, bei den Füßen beginnend, zu allen Körperteilen. Füße, Beine, Hüften, Rumpf, Rücken, Schultern, Arme, Hände, Gesicht und Gehirn. Widme jedem Teil für ca. eine halbe bis eine Minute lang Deine volle Aufmerksamkeit, nimm genau wahr, wie sich diese Bereiche jeweils anfühlen. Spürst Du Verspannungen oder Schmerzen, Wärme, Kälte, Gewicht, Schwere, Weichheit, Entspannung? Wie fühlt sich die Berührung mit dem Boden oder Sessel an? Gibt es Stellen im Körper oder bestimmte Muskel, die kribbeln, drücken oder spannen? Beobachte die physiologischen Reaktionen deines Körpers achtsam, freundlich und sanft. Reise so durch Deinen gesamten Körper.


3. Abschluss
Richte nun Deine Aufmerksamkeit wieder zu Deiner Atmung. Beobachte ein paar Atemzüge lang Dein Ein- und Ausatmen – hat sich etwas verändert? Ist Deine Atmung tiefer oder ruhiger geworden? Dann mach ein paar tiefe Atemzüge, strecke und räkle Dich, wenn Du möchtest und öffne wieder Deine Augen.


BEACHTE: Während der ganzen Übung geht es nicht darum, etwas zu verändern oder zu erreichen. Es geht darum, einfach zu beobachten, was ist und es von Augenblick zu Augenblick so anzunehmen, wie es ist. Wenn Du an einer Körperstelle Schmerzen oder Verspannungen fühlst, kannst Du sie mit der gleichen, offenen Aufmerksamkeit wahrnehmen, wie andere Empfindungen, ohne Widerstand oder Verdrängung. Wenn Gedanken, Geräusche oder andere Reize dich ablenken, nimm auch das wahr und kehre dann wieder sanft zu der Beobachtung Deines Körpers zurück. Es gibt keine richtigen oder falschen Empfindungen. Es geht einfach nur darum den eigenen Körper bewusst und aufmerksam zu "durchreisen". Und es kann auch sein das Du manchmal gar nichts empfindest, und dann nimmst Du das Nichtempfinden wahr.

Wenn Du diese Übung regelmäßig übst, wirst Du innerlich ruhiger, kannst die Botschaften deines Körpers besser verstehen, erkennst rechtzeitig Grenzen und kannst reagieren, noch bevor Schmerzen oder Krankheit entstehen.

 

Wenn Du Fragen zu der Übung hast oder Du gerne weiter in die Kraft der Achtsamkeit eintauchen willst, besuche uns doch! Jeden 2. Montag üben wir gemeinsam!  Abschalten, zur Ruhe kommen, Gedanken klären, Emotionen beruhigen, Körper stärken.
>hier gehts zu den Terminen
 
© brainsisters, Sylvia Fischer, April 2016

 

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