Ubuntu
Ich bin, weil wir sind...
Ich bin wieder zurück von einer wunderbaren Reise durch Südafrika. Noch immer beseelt von der Weite, Fülle und Schönheit dieses Landes fließt diese Energie heute auch in dein Emailpostfach. Kennst du die Geschichte von Ubuntu? Ich teile sie heute gerne mit dir, da ich denke, so ein bisschen Ubuntu würde auch uns gerade gut tun.
Ein europäischer Forscher bot hungrigen Kindern eines afrikanischen Stammes ein Spiel an. Er stellte einen Korb mit süßen Früchten an einen Baum und sagte ihnen, wer zuerst dort sei, gewinne alles Obst. Als er ihnen das Startsignal gab, nahmen sie sich gegenseitig an den Händen, liefen gemeinsam los setzten sich dann zusammen hin und genossen die Leckereien. Als er sie fragte, weshalb sie alle zusammengelaufen sind, wo doch jeder die Chance hatte, die Früchte für sich selbst zu gewinnen, sagten sie:
„Ubuntu – Wie kann einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?“
Bei Ubuntu handelt es sich um eine südafrikanische Lebensphilosophie, dessen sinngemäße Übersetzung lautet: „Ich bin, weil wir sind.“ Es beschreibt das soziale Prinzip einander zu helfen, um das Überleben und das Wohl der Gemeinschaft zu sichern. Ubuntu soll dazu beitragen eine geteilte Gesellschaft zu heilen.
Desmond Tutu schreibt in seinem Buch „Keine Zukunft ohne Versöhnung“ folgendes: "Ein Mensch mit Ubuntu ist offen und zugänglich für andere, fühlt sich durch andere bestätigt und nicht bedroht, sondern weiß um die Fähigkeiten und Güte anderer. Er besitzt eine ausgeprägte Selbstsicherheit, die von dem Wissen herrührt, dass er einem größeren Ganzen angehört.“
Genau dieses Wissen, dass wir einem größeren Ganzen angehören, ist uns in unserer westlichen Welt vor langer Zeit abhanden gekommen. Die gewinn-, macht- und konkurrenzorientierten Systeme haben das Ruder übernommen. Und sie zeigen sich weltweit gerade nochmal sehr lautstark.
Wir haben aber jetzt die Chance die Güte, das Miteinander und das Wissen um die Zugehörigkeit zu etwas Größerem wiederzuerlangen. Denn das, was uns da auf der großen Weltenbühne vorgespielt wird, möchte kaum jemand mehr mitspielen.
Aber wie aus diesem Spiel aussteigen?
Naja für den Anfang könnten wir es ja mal den afrikanischen Kindern gleich tun, uns die Hände reichen, die Spielanleitung ignorieren, loslaufen und das was da ist, einfach teilen und geniessen.
In diesem Sinne wünsche ich dir ein frohes Osterfest! Fühle dich verbunden mit dem Ubuntu Spirit und getragen von einem wohlwollenden Miteinander!
Herzlichst,
